Gedanken zu einem meiner Leitsätze „Bleib wild, achtsam & wunderbar unperfekt“

Gedanken zu einem meiner Leitsätze „Bleib wild, achtsam & wunderbar unperfekt“

Bleib wild, achtsam & wunderbar unperfekt

Warum ich diesen Spruch bewusst erweitert habe

„Bleib wild, achtsam & wunderbar“ begegnet uns immer wieder – auf Karten, in kleinen Botschaften oder als freundlicher Gruß. Der Satz macht Leichtigkeit spürbar, wirkt ermunternd und lebensnah. Für mich hat er sich im Laufe der Zeit weiterentwickelt. Ich habe ihn ergänzt – um ein Wort, das für mich vieles verändert hat: unperfekt.

Diese Ergänzung ist aus einem inneren Bedürfnis entstanden. Aus dem Wunsch, Druck herauszunehmen. Aus dem Erleben, wie wohltuend es ist, sich nicht ständig selbst zu beobachten, zu korrigieren oder an sich arbeiten zu müssen. Einfach einmal in Ruhe gelassen zu sein – von sich selbst. Dinge sein zu lassen, wie sie gerade sind. Nicht besser werden zu müssen, sondern da sein zu dürfen.

Wild sein bedeutet für mich, in Verbindung mit der eigenen Natur zu leben – mit dem Ursprünglichen in mir, mit dem, was lebendig ist und mich im Kern ausmacht. Auch dann, wenn Dinge nicht reibungslos laufen, wenn Pläne sich ändern oder wenn ich nicht so funktioniere, wie es von mir erwartet wird.
Wildsein stellt sich dort ein, wo das Bravsein aufhört. Wo ich beginne, mich nicht länger nur an äußeren Erwartungen, Rollen oder gesellschaftlichen Bildern zu orientieren, sondern mich selbst wieder ernst nehme.

Wildsein heißt, mir selbst treu zu bleiben, mir meinen Platz im Leben zuzugestehen und innerlich zu wissen: Ich bin berechtigt. Ich bin willkommen. Ich genüge. Ich bin liebenswert.
Ich darf einfach sein. Ich muss mich nicht anstrengen, um geliebt zu werden. Viele Menschen kennen dieses innere Grundgefühl, sich beweisen oder zusammennehmen zu müssen, um dazuzugehören. Wildsein ist für mich der Moment, in dem dieses Muster langsam weich wird.

Es hat auch etwas Keckes, ein leises Augenzwinkern, manchmal sogar etwas Freches – im besten Sinn. Wildsein meint den Mut, die eigene Wahrheit ernst zu nehmen, Grenzen zu kennen und sie auszusprechen, ohne laut oder hart werden zu müssen. Es ist ein friedlicher Mut. Einer, der nicht gegen etwas kämpft, sondern für sich einsteht. Klar, ruhig und respektvoll – sich selbst und anderen gegenüber.

Wir alle tragen frühe Erfahrungen in uns. Es war lebensnotwendig, sich anzupassen, brav zu sein, den Mund zu halten oder Erwartungen zu erfüllen, um dazuzugehören. Diese Prägungen und inneren Muster stammen aus der Kindheit und wirken bis ins Erwachsenenleben hinein. Als Erwachsene dürfen wir sie wahrnehmen, verstehen und Schritt für Schritt verwandeln.
Wildsein ist für mich genau dieser Weg zurück in die eigene Lebendigkeit.

Achtsam sein ist für mich keine Technik und kein weiteres Ideal, dem ich entsprechen muss, sondern eine Haltung. Eine innere Ausrichtung, die mir erlaubt, mit mir selbst in Kontakt zu bleiben – mit meinem Körper, meinen Empfindungen, meinen Bedürfnissen.
Achtsamkeit zeigt sich dort, wo ich offen und ehrlich hinschaue und mich frage: Was brauche ich gerade wirklich?
In diesem Innehalten liegt Selbstwirksamkeit. Die Erfahrung, nicht ausgeliefert zu sein, sondern gestalten zu können – im Kleinen, im Alltag, Schritt für Schritt.

Wunderbar unperfekt steht für eine bewusste Entlastung vom inneren Druck. Es lädt dazu ein, sich nicht ständig zu messen, zu vergleichen oder zu korrigieren. Gerade in einer Zeit, in der perfekte Bilder, scheinbare Erfolge und optimierte Lebensentwürfe allgegenwärtig sind, verlieren viele Menschen den Kontakt zum Wesentlichen. Vieles wirkt größer, besser oder stimmiger, als es sich im echten Leben anfühlt.
Unperfekt zu sein heißt, diesen äußeren Schein zu durchschauen und sich selbst wieder mehr zu glauben. Dem eigenen Erleben, den eigenen Grenzen, dem eigenen Tempo. Es öffnet den Blick für einen freundlicheren, fürsorglicheren und ehrlicheren Umgang mit sich selbst.

Das Leben selbst ist für mich vollkommen. Es trägt Wandel, Widersprüche, Tiefe und Bewegung in sich. Wir dürfen offen, neugierig und auch einmal schwach sein.
Wir dürfen menschlich sein.

Vielleicht berührt dieser Satz genau deshalb –
weil er nichts verlangt, sondern Weite öffnet.
Gerade dort, wo sich ein perfektes Leben manchmal auch eng anfühlt.

💬 Ui... Nett und brav sein ist schon ziemlich bequem.
Einmal wild oder unperfekt zu sein braucht mehr Mut – aber ja … es ist eindeutig spannender. Melde dich gerne...

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